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Stone Age

10. Juli 2008

Stone Age – Steinzeit. Die Zeit, in der sich der Mensch noch in einfachen Clans mit Dörfern aus Strohhütten zusammenrottete und Steine sowohl als Werkzeug, als auch als Waffe benutzen konnte. In diese Zeit versetzt uns nun auch Michael Tummelhofer mit seinem neuen Strategiehammer.

Nach dem Öffnen der prall gefüllten Schachtel springt einem eine wahre Materialflut entgegen – etliche Pappmarker, Holzteile und einige Karten machen das Spiel zu einem wahren Schwergewicht.

Natürlich ist der Spielplan das zentrale Element des Spieles. Er zeigt – ähnlich wie bei „Die Säulen der Erde“ – die unterschiedlichen Plätze, auf die jeder Spieler einen oder mehrere seiner Steinzeitmenschen setzen kann.

Da gibt es zunächst das Dorf; dort kann man auf dem Acker arbeiten, um einen Punkt auf der sogenannten Ernährungsleiste zu bekommen. Diese ist für die Ernährung des Volkes wichtig, doch dazu später mehr. Weiter gibt es eine Hütte, in der man für seinen Nachwuchs sorgen kann und den Werkzeugmacher, der uns gutes Werkzeug für die Beschaffung von Rohstoffen herstellt.

Diese Rohstoffe, nämlich Holz, Lehm, Stein und Gold, werden auf den entsprechenden Rohstofffeldern gesammelt. Dies funktioniert durch Würfelwurf – für jeden Bürger, der auf dem Rohstofffeld steht, darf man mit einem Würfel würfeln. Je nach Rohstoff erhält man nun unterschiedlich viele Einheiten. Nach dem gleichen Prinzip verläuft die Jagd, bei der man nicht Rohstoffe, sondern Nahrung erhält. Hierbei ist es durchaus hilfreich, einiges an Werkzeug zu besitzen, um so leichter weniger gute Würfe zu verbessern.

Außerdem gibt es noch 4 Zivilisationskarten. Diese kosten zwischen 1 und 4 beliebige Rohstoffe und bringen auf der einen Seite eine sofortige Sonderaktion, wie z.B. zusätzliche Nahrung, zusätzliche Rohstoffe, eine Würfelleiste, bei der durch Würfelwurf entschieden wird, was die Mitspieler bekommen, und vieles mehr. Auf der anderen Seite sind auf den Karten 1 – 3 Männchen abgedruckt. Diese bilden am Spielende zusammen mit der Volksgröße, dem Ernährungsmarker, dem Werkzeug, oder den Gebäuden einen Multiplikator.

Apropos Gebäude: Diese gibt es je nach Spielerzahl in 2 bis 4 Stapeln zu je 7 Karten. Bei den meisten Gebäuden werden die Rohstoffe und die Siegpunkte, die man sofort dafür erhält, angegeben, bei manchen jedoch darf man sich die Rohstoffe frei wählen, sie müssen nur in einem bestimmten Verhältnis sein.

Nachdem alle Spieler ihre Aktionen ausgewertet haben, müssen sie noch ihr Volk ernähren. Dazu erhalten sie soviel Nahrung, wie ihr Ernährungsmarker gerade anzeigt. Für jedes Clanmitglied muss nun eine Nahrungseinheit abgegeben werden. Kann man das nicht, dürfen dazu auch Rohstoffe verwendet werden. 10 Siegpunkte Abzug sind die bittere Strafe für denjenigen, der es auch mit Hilfe von Rohstoffen nicht schafft, sein Volk zu ernähren.

Das Spiel endet entweder, wenn die Zivilisationskarten nicht mehr vollständig aufgefüllt werden können oder wenn ein Gebäudestapel aufgebraucht ist. Es erfolgt noch die Endabrechnung: je nach Anzahl der entsprechenden Multiplikatoren werden diese mit den entsprechenden Faktoren malgenommen. Zusätzlich gibt es unter den Zivilisationskarten noch die grünen Karten. Diese zeigen 8 verschiedene Gegenstände und werden am Ende mit sich selbst multipliziert. Jeder übrig gebliebene Rohstoff zählt zusätzlich noch einen Punkt. Logischerweiße gewinnt dann, wer die meisten Punkte ergattern konnte.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es fiel mir als Schreiber dieser Rezension schwer, über dieses Spiel zu urteilen. Warum? Nun, in einer klassischen Rezension wäge ich die guten Seiten mit den Kritikpunkten des Spieles ab und stelle beides gegenüber. Doch wie will man das machen, wenn die einzigen Kritikpunkte eine für die Materialfülle zu klein geratene Schachtel und der Umstand, dass man im Eifer des Gefechts manchmal vergisst, sein Volk zu ernähren, sein können?

Das Interessanteste an dem Spiel ist jedoch, dass man wirklich etliche Strategien ausprobieren kann – „Der Weg ist das Ziel“ steht groß als Untertitel auf der Schachtel. Dem habe ich nichts weiter hinzuzufügen. Hier wurde wirklich an alles gedacht – sogar an einen Platz auf der Nominierungsliste zum diesjährigen Spiel des Jahres; besonders zu erwähnen wäre auch der exklusive Würfellederbecher, der im Spiel enthalten ist und so eine besondere Spielatmosphäre schafft. Stone Age macht wirklich in allen Spielrunden spaß Wenn es die Schulnote 0 gäbe, dieses Spiel hätte sie verdient. Wer sich dieses Stone Age nicht kauft, ist selber schuld!

Name: Stone Age

Autor: Michael Tummelhofer

Verlag: Hans im Glück

Erscheinungsjahr: 2008

Spieler: 2-4

Alter: ab 10 Jahren

Dauer: 60 – 90 Minuten

NOTE: 1

 

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